Artemis - Das Quartett

Natalia Prishepenko - Violine
Gregor Sigl - Violine
Friedemann Weigle - Viola
Eckart Runge - Violoncello

Das hohe Lob stammt aus berufenem Munde. Es gebe, urteilte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", viele gute Streichquartette auf der Welt. Doch die "Artemisianer" seien heute, auch im internationalen Vergleich, "unter den sehr guten die besten". Der Grund: "Ihre Interpretationen bieten von Beethoven bis Ligeti, an Klangvolumen, Strukturklarheit und Dramatik das Nonplusultra".

Gegründet wurde das in Berlin ansässige Artemis Quartett 1989 an der Lübecker Musikhochschule als studentische Formation. Wichtige Lehrer und Mentoren des Ensembles waren Walter Levin, das Emerson-, das Juilliard- und das Alban Berg Quartett. Seit 1994 spielte es professionell und wurde schnell eines der führenden Ensembles seiner Generation. Mit den ersten Preisen beim ARD Wettbewerb 1996 und einige Monate darauf beim "Premio Borciani" gelang der internationale Durchbruch. Das Artemis Quartett verschob jedoch den sich aufdrängenden Beginn einer schnellen Karriere zugunsten weiterer Studien: 1998 verbrachten sie ein Studienjahr mit dem Alban Berg Quartett in Wien, gefolgt von einer dreimonatigen Residenz am Berliner Wissenschaftskolleg. Mit ihrem Debüt in der Berliner Philharmonie im Juni 1999 begaben sie sich in ihre Karriere.

Im Juli 2007 kam der Umbruch: Mit Gregor Sigl und Friedemann Weigle präsentierte sich das Artemis Quartett in neuer Formation. Die erste Tournee führte das Ensemble unter anderem zu den Salzburger Festspielen, der Schubertiade Schwarzenberg, dem Rheingau Musik Festival sowie dem Septembre Musical Montreux-Vevey. Auch hier urteilte die FAZ am 25.8. 2007: "Das Artemis-Quartett hat mit seinen neuen Mitgliedern auf Anhieb eine verblüffend "alte" Geschlossenheit erreicht."

Seit 2004 gestaltet das Quartett eine eigene, von Publikum wie Kritik begeistert aufgenommene Serie in der Berliner Philharmonie. Das Artemis Quartett widmet sich neben einer regen Konzerttätigkeit in allen großen Musikzentren in Europa, den USA, Japan, Südamerika und Australien sowie bei internationalen Festivals, engagiert dem Unterrichten. So sind die Musiker seit 2005 Professoren für Kammermusik an der Universität der Künste Berlin und unterrichteten alternierend im Rahmen einer Gastprofessur an der "Chapelle Reine Elisabeth" in Brüssel.

Von Anfang an maß das Artemis Quartett dem Musizieren mit namhaften Kollegen einen hohen Stellenwert bei. Zuletzt gingen sie auf Tourneen mit Juliane Banse, Truls Mørk und Leif Ove Andsnes. Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Arbeit des Quartetts. Komponisten wie Mauricio Sotelo (2004), Jörg Widmann (2006), und Thomas Larcher (UA 2008) schrieben Werke für das Artemis Quartett.

Parallel zum Konzertleben und zu einem frühen Zeitpunkt seiner Karriere begegnete das Artemis Quartett dem Medium Film: Bereits 1996 waren die Musiker in einer EMI-Produktion Gäste des Alban Berg Quartetts, und zwar in dem nach Schuberts gleichnamigem Streichquartett betitelten Film "Der Tod und das Mädchen" von Bruno Monsaingeon. Fünf Jahre darauf stand das Artemis Quartett erneut vor der Kamera des großen Regisseurs. In "Strings Attached" (WDR, 2001) zu Beethovens Großer Fuge op.133 widmete Monsaingeon den Musikern ein eindrucksvolles filmisches Porträt.Der Verein des Beethoven- Hauses Bonn zeichnete das Artemis Quartett im Jahr 2003 für Verdienste um die Interpretation der Werke Beethovens mit der Ehrenmitgliedschaft aus. 2004 erhielt das Quartett den 23. "Premio Internazionale Accademia Musicale Chigiana" in Siena.2005 unterschrieb das Artemis Quartett einen Exklusiv-Vertrag mit Virgin Classics/EMI, der mindestens 10 Aufnahmen innerhalb von fünf Jahren vorsieht. Zuletzt erschien eine CD mit Streichquartetten von Janácek und Dvorák, der sich im September 2007 die Veröffentlichung der Klavierquintette von Brahms und Schumann mit Leif Ove Andsnes anschließt. Die erste Aufnahme in der neuen Besetzung wird eine Schubert-CD sein, unter anderem mit dem Schubert Quintett für zwei Celli mit Truls Mørk. Die Veröffentlichungen des Artemis Quartetts - früher bei Ars Musici heute bei Virgin Classics/EMI - sind vielfach ausgezeichnet worden, mit dem "Deutschen Schallplattenpreis" und dem "Diapason d'Or". Im Oktober 2006 bekam das Quartett für die beste Einspielung in der Kategorie "Kammermusikeinspielung des Jahres" für ihre Interpretation der Beethoven Quartette op. 95 & 59/1 den "ECHO - Klassik".

August 2007
Natalia Prishepenko

Natalia Prishepenko wurde als Tochter einer Violinpädagogin und eines Balalaikavirtuosen 1973 in Meschduretschesnk, Russland, geboren und erhielt ihren ersten Geigenunterricht im Alter von sieben Jahren bei ihrer Mutter. Als Jungstudentin in der Violinklasse von Prof. Zachar Bron am Konservatorium von Novosibirsk gewann sie 1988 den Sowjetischen Allunionswettbewerb.

Im selben Jahr folgte Natalia Prischepenko ihrem Lehrer an die Musikhochschule Lübeck, wo dieser eine Professur angenommen hatte. Nach dem Gewinn des internationalen Paganini-Wettbewerbs 1990 in Genua und weiteren Auszeichnungen beim Tokio Violin Competition 1992 und dem "Reine Elisabeth"- Wettbewerb Brüssel 1993 ergaben sich Konzerte als Solistin in Europa und Japan. Sie konzertierte u.a. mit Dirigenten wie Dimitri Fedossejew und David Shallon.

Natalia Prischepenko gastierte bei den Berliner Festwochen sowie Festivals in Judenburg, Divonne, Risör und musizerte gemeinsam mit David Geringas, Eduard Brunner, Kim Kashkashian und Natalia Gutman.
Gregor Sigl

Gregor Sigl wurde 1976 in Burghausen geboren. Im Alter von fünf Jahren erhielt er ersten Musikunterricht bei seiner Mutter und setzte seine musikalische Ausbildung danach an der Sing- und Musikschule Augsburg fort. Bereits als Zehnjähriger folgte er einer Einladung von Professor Jürgen Geise als Jungstudent in dessen Violinklasse am berühmten "Mozarteum" in Salzburg; zeitgleich wurde er Schüler am Musischen Gymnasium Salzburg. In den folgenden Jahren war Gregor Sigl sowohl erster wie auch zweiter Bundespreisträger beim Wettbewerb "Jugend Musiziert" in Deutschland, in den Sparten Violine solo und Streichquartett.

1991 wurde ihm in Würdigung seiner außerordentlichen Studienleistungen vom "Verein der Freunde der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mozarteum" der Christa-Richter-Steiner-Preis verliehen. Noch im selben Jahr gewann er ein Gast-Stipendium der Eastman School of Music in Rochester, New York, wo er bei der amerikanischen Geigerin Lynn Blakeslee studierte. 1993 lernte Gregor Sigl den Geiger Philippe Hirshhorn kennen, der ihn in seine internationale Violinklasse am Konservatorium in Utrecht aufnahm. Nach Prof. Hirshhorns Tod im November 1996 setzte Sigl seine Studien in den Niederlanden bei Viktor Liberman, Herman Krebbers und Alexander Kerr fort. Darüber hinaus besuchte er Meisterklassen von Zakhar Bron, Yfrah Neaman, Ruggiero Ricci und Charles André Linale.

Als Geiger des Salzburger Hyperion Ensembles spielte er Kammermusikkonzerte in zahlreichen europäischen Ländern und den USA. Seit 1997 wirkt Gregor Sigl regelmäßig als Gastkonzertmeister bei renommierten Orchestern, so beispielsweise beim City of Birmingham Symphony Orchestra, beim Mahler Chamber Orchestra, dem Ensemble CIS, bei der Camerata Salzburg, dem Orchestra Ensemble Kanazawa sowie dem Swedish Radio Symphony Orchestra.

Seit 2007 ist Gregor Sigl Mitglied im Artemis Quartett und lehrt als Professor an der Universität der Künste in Berlin und an der Chapelle Reine Elisabeth in Brüssel.
Friedemann Weigle

Der gebürtige Berliner Friedemann Weigle erhielt seinen ersten Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren. Er studierte bei Professor Alfred Lipka an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin.

In dieser Zeit gründete er gemeinsam mit Uta Fiedler, Hans-Jakob Escheburg und der Geigerin Ulrike Petersen als Primaria das nach ihr benannte Quartett. Noch vor Beendigung seines Studiums wurde Friedemann Weigle zum ersten Solobratschisten des Berliner Sinfonieorchesters berufen. In Folge des stetig zunehmenden solistischen und kammermusikalischen Engagements beim Petersen Quartett gab er die Arbeit im BSO nach vier Jahren auf. Das Quartett gewann zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben und wurde wegen seiner geschliffenen, durchdachten Interpretationen von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert.

Seit 2007 ist Friedemann Weigle Mitglied im Artemis Quartett. Heute lehrt er als Honorar-Professor für Viola und Kammermusik an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin und unterrichtet zusammen mit seinen Quartettkollegen an der Universität der Künste in Berlin, sowie als Gastprofessor an der Chapelle Reine Elisabeth in Brüssel.

In besonderem Maße setzt Friedemann Weigle sich für die Etablierung der Viola als Soloinstrument ein und entwickelt hierfür - unter Einbeziehung anderer Kunstgattungen wie Literatur, Malerei und Schauspiel - außergewöhnliche Konzertprogramme. Im Jahre 2007 gründete er mit der Berliner Malerin Antoinette den gleichnamigen Berliner Salon, in dem er Konzerte, Lesungen und Diskussionsforen organisiert.
Eckart Runge

Eckart Runge studierte bei Edmond Baert am Brüsseler Konservatorium sowie bei David Geringas an der Musikhochschule Lübeck und ging als Preisträger internationaler Wettbewerbe (Premio Stradivari Cremona 1991, Deutscher Musikwettbewerb Bonn 1994 und "Concours International de Musique Genève" 1995) früh einer regelmäßigen Tätigkeit als Solist nach..

Neben der internationalen Quartettkarriere "wirbt und rackert vielsprachige Musiker für Grenzgänge in Tango, Jazz und Filmmusik" (Der Spiegel) und gewinnt mit seinem 1998 gegründeten »CelloProject ein immer breiteres Publikum für anspruchsvolle Kammermusik. Zusammen mit dem Pianisten Jacques Ammon präsentiert er heute verschiedene Programme um Tango, Film und Jazz. Weitere Produktionen dieses Projekts sind "Concert Visuel" mit zwei Mimen aus der Compagnie Marcel Marceau und "Saite an Saite - Kreativität und Dialog im Unternehmen Leben". Die Verbindung von künstlerischem Ernst und kommunikativer Präsentation wird von Zuhörern und Kritik begeistert aufgenommen. Das Markenzeichen dieser Konzerte ist neben einer neuartigen Programmgestaltung die unkonventionelle Weise, mit welcher der Berliner Künstler das Publikum, sei es auf deutsch, englisch, französisch oder spanisch, durch den Abend führt.

Eckart Runge sieht sein künstlerisches Selbstverständnis auch in sozialem und pädagogischem Engagement. So unterstützt er sowohl durch regelmäßige Benefizkonzerte als auch in direktem Engagement vor Ort u.a. Organisationen wie "Jeunesses Musicales Deutschland", "Yehudi Menuhin- Life Music Now" sowie Jugendorchester Projekte in Südamerika.

Eckart Runge lehrt mit seinen Kollegen vom Artemis Quartett als Professor an der Universität der Künste in Berlin, sowie als Gastprofessor an der Chapelle Reine Elisabeth in Brüssel.